LiteraTour

 

30 Jahre Deutsche Einheit: Zeitenwende-LiteraTour 2020

 

Liebe Lehrerinnen und Lehrer,
im Rahmen der Zeitenwende-LiteraTour bieten wir Ihnen und Ihrer Schule von September bis November 2020 Leseveranstaltungen mit den preisgekrönten Autor*innen Clemens Meyer, Sabine Rennefanz, Christian Bangel, Peggy Mädler und Judith Zander an. Der Niedergang der DDR und der gesellschaftliche Umbruch ab 1989 bilden einen wichtigen biografischen Referenzpunkt im Leben dieser Autor*innen, den sie in ihrem literarischen Schaffen auf ebenso intelligente wie unterhaltsame Weise reflektieren. Eine Auseinandersetzung mit ihren Werken liefert heutigen Schülergenerationen daher wertvolle Anstöße für eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Literatur und ihren historisch-politischen Dimensionen.

Das Zeitenwende-Team wird die Lesungen und den dazugehörigen Nachbereitungsworkshop “Erwachsenwerden in zwei politischen Systemen“ für Sie organisieren und fachlich begleiten. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen der Corona-Pandemie bieten wir die Veranstaltungen sowohl als LIVE-Variante wie auch als ONLINE-Version an. Gefördert wird dieses Engagement durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Teilnahme ist daher für Ihre Schule komplett kostenfrei.

Bitte kontaktieren Sie jetzt Dörte Grimm, wenn Sie sich um eine Veranstaltung der Zeitenwende-LiteraTour in Ihrer Schule bewerben möchten: grimm@perspektivehochdrei.de

Zum Veranstaltungsablauf

 

Teil 1: Lesung
Dauer: ca. 90 Min
Zielgruppe: Schüler*innen der Sekundarstufe 2
Anzahl der Teilnehmenden: offen (nach Absprache)

Inhalt:

  • Begrüßung, Vorstellung des*der Autor*in und Einführung in das Thema
  • Lesung Teil I
  • Publikumsfragen
  • Lesung Teil II
  • Publikumsgespräch


Teil 2: Nachbereitungsworkshop „Erwachsenwerden in zwei politischen Systemen“
Dauer: ca. 3 x 45 Min
Zielgruppe: Schüler*innen der Sekundarstufe 2
Anzahl der Teilnehmenden: bis zu 30 Schüler*innen

Inhalt:
Auf Basis der Lesung werden ausgewählte Schüler*innen im zweiten Teil eine tiefergehende Analyse und Interpretation des Textes vornehmen. Dabei werden sie von der Historikerin Kerstin Lorenz und mit eigens entwickelten didaktischen Materialien angeleitet. Zielstellung dieses Workshopteils ist, dass die Schüler*innen lernen:

  • den literarischen Text als eine spezifische historische Quelle zu begreifen;
  • die Eigenschaften der Quelle kritisch zu reflektieren sowie Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten oder Widersprüche zu anderen privaten oder öffentlichen Darstellungen herauszuarbeiten;
  • einzuschätzen, inwiefern die historisch-politischen Entwicklungen sich fördernd oder hemmend auf das Erwachsenwerden in zwei politischen Systemen auswirkten;
  • eine These zum Thema “Erwachsenwerden in zwei politischen Systemen” zu formulieren.

Über die Autor*innen

 

In seinem mehrfach ausgezeichneten Roman „Als wir träumten“ erzählt Clemens Meyer die Geschichte von fünf Freunden im Leipzig der Nachwendezeit. Seine packenden Schilderungen zeigen schonungslos, wie die Jungs erst hellauf begeistert sind von den neuen Freiheiten; wie ihr Leben in der Umbruchszeit dann aber aus den Fugen gerät und sie immer wieder auf der Wartebank des Polizeireviers landen.

In seinem Romandebüt „Oder Florida“ setzt Christian Bangel Frankfurt (Oder), der Stadt seiner Kindheit und Jugend, ein literarisches Denkmal. Dabei lässt er das Lebensgefühl der 1990er-Jahre besonders humorvoll lebendig werden, ohne dabei den Rechtsextremismus und die Gewalt dieser Zeit auszublenden.

In ihrem Roman „Legende vom Glück des Menschen“ erzählt Peggy Mädler mit besonderem Sprach- und Stilgefühl eine Familiengeschichte. Den Ausgangspunkt bildet dabei der DDR-Propagandaband “Vom Glück des Menschen”. Im Spannungsfeld zwischen persönlicher und kollektiver Erinnerung entwickelt sie diese Geschichte zu einer Suche nach der eigenen Identität.

In ihrem autobiografischen Bestseller „Eisenkinder“ untersucht Sabine Rennefanz, warum Menschen ihrer Generation, zu denen auch die Terroristen des NSU gehören, in den Jahren nach dem Mauerfall auf die falsche Bahn geraten können. Sie hinterfragt, wie Herkunft und Zugehörigkeit die Identität prägen und beeindruckt dabei mit ihrem Mut, dominierende Glaubenssätze zu hinterfragen. 

In dem preisgekrönten Roman „Dinge, die wir heute sagten“ von Judith Zander kommt ein ganzes Dorf zu Wort – eine Reihe an jüngeren und älteren Figuren berichten in inneren Monologen abwechselnd aus ihrer Vergangenheit und ihrem aktuellen Leben. Mit ihrer erstaunlichen Sprachbegabung lässt Zander so die Menschen in der vorpommerschen Provinz auf die Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs blicken.